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MOBBING

Das Phänomen Mobbing ist nicht durch einzelne Ursachen, sondern durch einen Komplex aus vielen miteinander in Wechselwirkung stehenden Wirkungsmechanismen zu erklären.
Überträgt man die Prinzipien des systemischen Coachings auf Mobbingsituationen, bedeutet dies eine ganzheitliche Beratung der beteiligten Personen. Bearbeitet werden sowohl konkrete Arbeitszusammenhänge, Verhaltensmuster, Steuerungsprozesse und Kultur im Unternehmen als auch die kommunikativen Prozesse zwischen den agierenden Personen in ihrer Wechselwirkung.
Die Akteure im Mobbingprozess sind in diesem Sinne nicht die Ursache eines Problems, sondern die Mobbingaktionen selbst werden als Symptome für zugrunde liegende betriebliche und kommunikative Prozesse verstanden. So kann Mobbing z.B. ein Indikator dafür sein, dass Mitarbeiter während Veränderungsprozessen im Unternehmen wie Umstrukturierungen oder Fusionen keine oder eine ungenügende Begleitung in Form von Informationen, Organisationsentwicklung oder ähnlichem erfahren haben.

In diesem Sinne bieten sich bei Mobbingprozessen Organisationsaufstellungen, Teamcoachings in der von Mobbing betroffenen Organisation an oder Einzelcoachings, die dem Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Diese können ihn darin unterstützen, „hinter den Kulissen“ ablaufende Strukturen und Prozesse im System zu erkennen, eigene Anteile im Mobbingprozess auszumachen und eigene Ressourcen zu mobilisieren, um Impulse zur Durchbrechung der destruktiven Muster an seinem Arbeitsplatz zu geben.

Die Chancen dieses Ansatzes bestehen unter anderem darin, Strukturen und Prozesse, die hinter dem Symptom Mobbing stehen, zu identifizieren und im System notwendige Veränderungsimpulse auszulösen. Die Rollen Mobbingtäter und Mobbingopfer werden aufgelöst. Ersterer erlebt sich nicht als der Angeklagte, der sich zu Rechtfertigung einer für ihn anders als vom „Opfer“ erlebten Situation gezwungen sieht. Er  ist offener für Verhaltensänderungen. Der Betroffene fühlt sich nicht als schwaches, bedauernswertes Opfer, für das als Ausweg aus einer verzweifelten Situation nur noch die „Rettung“ durch Dritte in Frage kommt. Das vermeintliche „Opfer“ erhält  die Chance, selbstbewusst zu agieren, seine eigenen Fähigkeiten zur Bewältigung der Situation zu erleben und  wieder Vertrauen in die eigenen Ressourcen zu gewinnen.

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